Caroline Wahl: Die Assistentin

Grundsätzlich würde Charlotte nämlich lieber ein Musikstudium absolvieren, aber ihre Eltern halten davon wenig und wollen sie nicht mehr finanziell unterstützen. Auch der Umzug nach München und das Leben dort sind eher schwierig, da Charlotte nirgends wirklich Halt und Anschluss findet und generell sehr einsam ist.
Ihr Chef, ein kleinkarierter Tyrann, setzt sie vom ersten Tag an unter Druck und behandelt sie eher wie eine Leibeigene als wie eine Angestellte. Er terrorisiert sie mit nichtigen, lächerlichen Arbeitsaufträgen und explodiert bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Auch Charlottes Kolleginnen sind ihr keine Hilfe, da jede nur versucht ihren eigene Hals zu retten und für Solidarität kein Platz ist. Erst Charlottes Bekanntschaft mit Bo scheint ihre Situation zu verbessern, aber auch diese Beziehung wird auf die Probe gestellt.
Caroline Wahls Roman bietet einen Einblick in die angeblich demokratische und auf Teilhabe aller bedachte Verlagsbranche. Sie zeigt auf groteske und humoristische Weise, dass Verlage streng hierarchisch organisiert sind und die Verleger tun können, was sie wollen. Der Roman zeigt eindrücklich wie solche Hierarchien Angestellte krank machen.
Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gelesen. Man hört, dass sie keine professionelle Leserin ist, aber das gibt Charlottes Geschichte, meiner Meinung nach, das gewisse Etwas.
Sophie Pichler-Trogbacher
